Prof. em. Dr. rer. nat. habil. Ronald Hofmann

Fachpsychologe der Medizin

Psychotherapeutische Praxis für Kinder, Jugendliche und Erwachsene

DIAGNOSTIK IM ERWACHSENENALTER

DIAGNOSTIK IM ERWACHSENEN-ALTER

WIR FÜHREN FOLGENDE DIAGNOSTIK IM ERWACHSENENALTER DURCH

Die klinisch-psychologische Diagnostik hat die spezifische Zielstellung, psychische und psychosomatische Störungen, damit verbundene Probleme (Auslöser) und persönliche Entstehungszusammenhänge zu erkennen, zu beschreiben und zu verstehen. Klassifikationssysteme wie die Internationale Klassifikation psychischer Störungen (ICD- International Classification of Diseases and Related Health Problems) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) dienen dazu, diagnostische Ergebnisse möglichst eindeutig und vergleichbar zu standardisieren. Sie ist zugleich die Grundlage für verschiedene Abrechnungssysteme. Die ICD-Klassifikation ist Teil, aber nicht die Gesamtheit der Diagnostik. Anfangs war die Zielsetzung der Kodierung eine statistische Aussage über die häufigsten Todesursachen treffen zu können. Erst in der 6. Revision der ICD (1948) taucht ein eigenes Kapitel zu „Geistige und psychoneurotische Störungen sowie Persönlichkeitsanomalien“ auf. Ab dieser Revision der ICD ist eine Anwendung nicht nur für Todesursachen, sondern auch für Krankheitsstatistiken vorgesehen. Derzeit ist die ICD-10 (10. Revision, seit 1993) in Kraft. Seit Einführung der ICD-10 ist in Deutschland ein kontinuierlicher Prozess der Weiterentwicklung der ICD-10-GM gesetzlich etabliert und wird auch aktuell fortgeführt.

Die kommende ICD-11 ist seit 01.01.2022 gültig, jedoch aus lizenzrechtlichen Gründen bisher noch nicht einsetzbar (deutsche Entwurfsfassung der ICD-11 des BfArM, 2024).  Die 11. Revision bringt umfangreiche inhaltliche und strukturelle Veränderungen in der Klassifikation mit sich, sie bildet außerdem neuere wissenschaftliche Erkenntnisse zu verschiedensten Störungsbildern ab. 

Insofern die Klassifikationskategorien der ICD-10 derzeit noch gültig sind, werden Störungen, die wir diagnostizieren, hier bereits in Vorschau auf die ICD-11 dargestellt (Stand 01.01.2026): 

Hölzel, L. & Berger, M. (2024). ICD-11 – Psychische Störungen: Innovationen und ihre Bewertung. Berlin Heidelberg. Springer.

Tyrer, P. & Gaebel, W. (2025). ICD-11: Neue Entwicklungen in Diagnostik und Klassifikation psychischer Störungen: Konzepte nachvollziehen und umsetzen. Hogrefe AG.

Diagnostik neuromentaler Entwicklungsstörung im Erwachsenenalter (ICD-11)

Störungsspezifische Diagnostik (ICD-11)

  • Angst- und furchtbezogene Störungen
  • Affektive Störungen (z. B. depressive Störungen)
  • Zwangsstörungen oder verwandte Störungen
  • Spezifische Belastungs- und assoziierte Störungen (z. B. Posttraumatische Belastungsstörung, komplexe Posttraumatische Belastungsstörung)
  • Essstörungen [z. B. vermeidend-restriktive Nahrungsaufnahme (ARFID), Binge-Eating, Anorexia nervosa, Bulimia nervosa; nicht klinisch – Orthorexia nervosa]
  • Persönlichkeitsstörungen und zugehörige Persönlichkeitsmerkmale
  • (Psycho-) Somatische Belastungsstörung
  • Störungen der Impulskontrolle

Diagnostik Neurokognitiver Störungen (ICD-11)

  • Leichte neurokognitive Störungen
  • Sekundäres neuronales Entwicklungssyndrom
  • Sekundäre psychische und verhaltensbezogene Syndrome aufgrund anderer Krankheiten

 

Neuropsychologische Diagnostik kognitiver Funktionsbereiche: Intelligenz, Aufmerksamkeit, Exekutive Funktion, Gedächtnis, wahrnehmungsmotorische Fähigkeiten, soziale Kognition

Neurokognitive Störungen bei:  

  • Anämien oder andere Blutbildungsstörungen
  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
  • Kardiovaskuläre Erkrankungen
  • Erkrankungen des zentralen Nervensystems (ZNS) [z. B. Epilepsie, Anfälle, vaskuläre Enzephalopathie, hypoxisch-ischämische Enzephalopathie]
  • Endokrine Erkrankungen (z. B. Diabetes mellitus, Hypothyreose)
  • Intrakranielle Traumata
  • Metabolische Störungen (z. B. Hyponatriämie)
  • Neoplasien des ZNS
  • Mangelernährung (z. B. Vitamin-B12-Mangel)
  • Entzündliche oder immunologische Erkrankungen des ZNS
  • Traumatische Hirnverletzungen

 

Diese neuropsychologische Diagnostik ist lediglich Bestandteil einer umfassenden Diagnostik, deren Basis immer eine medizinisch-organische Diagnostik ist.