Neuromodulation mit rTMS

neurocare

Therapie mit Magnetwellen – repetitive Transkranielle-Magnet-Stimulation (rTMS)

 

Behandlung von Depressionen

Die Methode der rTMS wird von Ärzten und Psychologen unterstützend in der Psychotherapie von psychischen Störungen eingesetzt, hier vorwiegend bei Depressionen.

Es handelt sich um eine moderne und gut effektive Methode der Neuromodulation, die wissenschaftlich gut untersucht ist und in internationalen Leitlinien zur Therapie von Depressionen aufgeführt wird. Häufig wird sie bei Medikamentenresistenz eingesetzt (medikamentöse Standardtherapien wirken nicht oder nicht ausreichend) oder/und bei chronischen Depressionsverläufen.

Die rTMS findet aber auch in Kombination mit medikamentöser Behandlung und Psychotherapie Anwendung, insofern bei nicht so „komplizierten“ Depressionsverläufen, um den „Heilungserfolg“ zu unterstützen.

In der wissenschaftlichen Literatur werden

  • Verbesserung der Stimmungslage,
  • Verbesserung der negativen depressiven Denkschemata,
  • Verbesserung der Konzentration,
  • Verbesserung des Schlafrhythmus

beschrieben. Dies deckt sich mit den praktischen Erfahrungen.   

 

Wie wirkt diese Methode?

Die Grundannahme dieses Verfahrens ist es, dass psychische Störungen durch bioelektrisch und biochemisch bedingte „Fehlfunktionen“ der Nervenzellen selbst und ihrer Verbindungen (über Botenstoffe) verursacht werden.  

Methoden der Neuromodulation, zu denen zum Beispiel auch das bei uns durchgeführte tDCS (sanfte elektrische Stimulation des Gehirns) gehört, dienen dazu, Nervenaktivitäten im Gehirn zu „normalisieren“, indem neuronale Verbindungen (die Nervenzellen selbst und die Verbindungen von Nervenzellen) angeregt werden.     

Beim rTMS werden kleine und wohl definierte Areale im Gehirn durch ein Magnetfeld von außen stimuliert. Dies erfolgt durch kurze Magnetimpulse (Pulse), die in schneller Folge (repetitiv) durch den Schädel und die Hirnhäute (transkranial) auf innere neuronale Strukturen wirken.  

Die magnetische Energie führt „im Gehirn“ zur Veränderung elektrischer Aktivitäten von Nervenzellen und verändert die Funktion von Neurotransmittern (Botenstoffe), im Grunde führt dies zu Stoffwechselveränderungen. Insofern wird die „neuronale Kommunikation“ (Konnektivität) zwischen verschiedenen neuronalen Strukturen (Hirnarealen) verbessert oder (wieder) hergestellt. 

 

Wie wird diese Methode angewendet?

Es handelt sich um eine nicht-invasive Methode, das heißt, es erfolgen keine körperlichen „Eingriffe“, demzufolge ist diese Behandlung schmerzfrei und es entstehen keine Schäden (auch keine Schmerzen) durch die Magnetpulse selbst. Das Gefühl eines lokalen Kribbelns ist möglich (dort, wo die Magnetspule aufliegt) oder/und das Empfinden eines Pulsierens/Klopfens/Klickens ist bekannt. Man kann das Empfinden mit einem MRT (bildgebende Magnetresonanztomographie) vergleichen, aber nicht in der „lauten Form“.

Eine Magnetspule, die mit einem Steuergerät, das für jede Behandlung individuell „programmiert“ wird (Stimulationsprotokoll), verbunden ist, wird mithilfe eines Haltearms an einer genau definierten Stelle am Kopf angelegt (siehe Bild). Diese definierte Stelle (Stimulationspunkt) wird in der ersten Sitzung bestimmt.  

Unsere Patienten sitzen dabei bequem und bei „vollem Bewusstsein“ in einem Sessel, sie können sogar während der Anwendung lesen (ohne Brille), auch mit der im Anwendungszeitraum immer anwesenden Person (in der Regel eine Mitarbeiterin oder Therapeut) sprechen.

Nur Ohrringe, o.ä. Schmuck (Ketten) und Brillen müssen für den Zeitraum der Behandlung abgenommen werden.

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Die Behandlungsdauer beträgt in Abhängigkeit von der individuellen Störung 30 - 60 Minuten. rTMS ist in erster Linie eine Akutbehandlung, das heißt sie erfolgt in der Regel täglich! in 10 - 12 Anwendungen. Insofern beträgt die durchschnittliche Behandlungsdauer (1 x am Tag) ca. 2 Wochen, in Abhängigkeit von der Störung manchmal auch 3 Wochen. Eine positive Wirkung hält, nach Angaben entsprechender Studien, ca. ½ bis 1 Jahr an.  

Die Behandlung ist gut verträglich, es kommt in der Regel also nicht zu Nach- oder Nebenwirkungen. Falls Nebenwirkungen tatsächlich auftreten sollten, muss dies sofort mit den Behandlern besprochen werden.

Behandelt werden können vorwiegend erwachsene Patienten, das Verfahren wird jedoch und nach individueller Prüfung ab einem Alter von 14 Jahren eingesetzt. 

 

Gründe für die Nichtanwendung von rTMS

Diese begründen sich zuvorderst durch die Magnetpulse, insofern können Patienten nicht behandelt werden bei:

Erkrankungen

  • bekannten Epilepsien
  • spezifischen neurologischen Erkrankungen (Hirntumore, oder zum Beispiel Lupus erythematodes des Gehirns)
  • vorangegangenen Schädel-OPs jeder Art

auch nicht bei:

  • implantierten Herzschrittmachern / Defibrillatoren
  • Cochlear-Implantaten bei Hörverlust
  • Neuro- oder Biostimulator (wie zum Beispiel implantierten „Schmerzschrittmachern“, intrakranielle Stimulation / Sonden Medikamentenpumpen, Rückenmarkstimulation o.ä.)

weiterhin nicht bei:

  • Tätowierungen mit metallischen Effekten am Kopf-, Gesichts- oder Halsbereich
  • Piercings im Kopf-, Gesichts- und Halsbereich

Demgegenüber spielen zahnärztliche Eingriffe: Zahnimplantate, Zahnkronen keine Rolle.

Schwangerschaft wird in verschiedener Literatur zwangsläufig nicht als sogenannte Kontraindikation betrachtet, bei uns ist dies jedoch ein Ausschlusskriterium.

 

Weitere Anwendungen

Anwendung findet die rTMS auch im Kontext der Psychotherapie von Ängsten und Zwängen.

Anwendung findet die rTMS auch in der Therapie von neurogenen Störungen (Schmerzen, Fibromyalgie, Fatigue).

Anwendung findet die rTMS auch in der unterstützenden Therapie der Autismus-Spektrum-Störung.

So finden Sie uns!

Kontakt

Prof. Dr. rer. nat. habil. Ronald Hofmann
Robert-Koch-Str.18 | 08340 Schwarzenberg
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